Tesla wurde vom US-Patent- und Markenamt ein Patent mit dem Titel „Vehicular Seat Suspension System for Belted Seats” erteilt. Es beschreibt eine gleitende Sitzfederung mit integriertem Gurtaufroller, die in der Anmeldung als Ersatz für die in schweren Lastwagen üblichen Scherenhubsitze positioniert wird (Tesla Patent Reveals Electromagnetic Suspension Seats).
So funktioniert der Sitz
Kern der Konstruktion ist ein vertikaler Gleitmechanismus. Ein bewegliches Innenelement fährt innerhalb eines statischen Außenelements, das direkt am Fahrzeugboden verschraubt ist, nach oben und unten. Damit ersetzt es die kreuzweise angeordneten Metallarme eines herkömmlichen Scherenhubsitzes. Tesla beschreibt die stoßdämpfende Feder standardmäßig als elektromagnetisch, nennt pneumatische Luftfedern jedoch als alternative Ausführung. Der Gurtaufroller ist im beweglichen Innenelement und nicht in der Kabinensäule untergebracht, sodass das Rückhaltesystem mit dem Insassen mitläuft.
| Merkmal | Beschreibung im Patent |
|---|---|
| Federungsgeometrie | Vertikaler Schieber, Innenelement im statischen Außenelement |
| Federtyp | Elektromagnetisch (primär), pneumatisch (alternativ) |
| Gurtführung | Aufroller in das bewegliche Sitzelement integriert |
| Crash-Verriegelungen | T- und C-förmige Elemente greifen bei hoher Kraft ein |
| Befestigung | Außenelement am Fahrzeugboden verschraubt |
Welches Problem Tesla löst
Der Patenttext stellt die Konstruktion zwei Schwächen bestehender Federsitze gegenüber. Die erste ist die geringe Seitenstabilität und die hohe Einfederung bei Crashlasten – typisch für Scherenmechanismen, die sich neben der vertikalen Bewegung auch seitlich verbiegen. Die zweite ist die Relativbewegung zwischen Gurt und Insasse: Wenn der Gurt an der Kabine verankert ist, während der Sitz auf seiner eigenen Federung schwingt, kann sich das Gurtband während der Fahrt oder beim Aufprall in einer Weise über den Insassen bewegen, die in den Zulassungstests nicht immer abgebildet wird.
Die T- und C-förmigen Crash-Verriegelungen sind die konstruktive Antwort darauf – sie verriegeln den Sitz bei einem Ereignis mit hoher Krafteinwirkung mit der Kabine und stellen den Lastpfad wieder her, den Scherensitze verlieren können.
Welches Tesla-Fahrzeug ihn zuerst erhält
Die wahrscheinlichste Erstanwendung ist der Tesla Semi. Das Patent hebt belastbare Crash-Verriegelungen hervor – ein Detail, das bei einem Class-8-Lastwagen wichtig ist, wo ungefilterte Fahrbahnstöße sonst direkt den Fahrer erreichen. Der Semi ist außerdem das einzige derzeit produzierte Tesla-Fahrzeug, bei dem Käufer einen Federsitz tatsächlich erwarten.
Der Roadster der nächsten Generation ist der zweite Kandidat. Der Roadster-Prototyp umfasst Kaltgastriebwerke von SpaceX für extreme Beschleunigung, und Tesla hat in der Vergangenheit darüber gesprochen, wie sich die daraus resultierenden Belastungen auf den Insassen abfangen lassen. Ein vertikal gefederter Sitz mit integriertem Gurt würde dieser Anforderung gerecht.
Warum es für europäische Halter wichtig ist
Für europäische Käufer ist das Patent selbst kein kurzfristiges Verbrauchermerkmal – Tesla meldet in den USA Dutzende Patente an, die nie in ein Serienfahrzeug einfließen. Es ist jedoch ein nützliches Signal dafür, was Tesla bis zum Ende des Jahrzehnts auf den Markt bringen möchte. Der Semi steht auf der europäischen Produkt-Roadmap, sobald das Megacharger-Netz ausgebaut ist, und die europäische Homologation des Roadster der nächsten Generation wird unter anderem davon abhängen, wie das Unternehmen die Insassensicherheit in einem Fahrzeug löst, das so stark beschleunigen kann, dass es integrierte Rückhaltesysteme benötigt.
Das Patent nennt weder ein Markteinführungsdatum noch einen Modellcode, und Tesla hat sich nicht öffentlich dazu geäußert, welche Plattform den Sitz zuerst erhält.