Tesla hat Basic Autopilot aus Neufahrzeugbestellungen in den Niederlanden gestrichen, sodass im niederländischen Konfigurator nur noch FSD (Supervised) als Fahrassistenzoption verfügbar ist. Die Änderung wurde am 12. Mai 2026 auf der niederländischen Tesla-Website entdeckt und von Electrek, Drive Tesla Canada sowie dem niederländischen Portal Autoblog bestätigt. Bestehende Tesla-Besitzer behalten ihren Basic Autopilot; die Streichung betrifft ausschließlich Neubestellungen.

Basic Autopilot ist seit 2019 die Standard-Fahrassistenzbasis in jeder neuen Tesla. Das Paket umfasst Traffic-Aware Cruise Control und Autosteer — also adaptive Geschwindigkeitsregelung plus Spurmittenführung — und war historisch im Fahrzeugpreis enthalten. Ab Mitte Mai 2026 sehen niederländische Käufer beim Konfigurieren eines neuen Model 3 oder Model Y nur noch eine Option: FSD (Supervised) abonnieren oder das Fahrzeug komplett ohne Spurhalteassistent in Empfang nehmen.

Was der niederländische Konfigurator jetzt zeigt

Der niederländische Tesla-Konfigurator bietet derzeit beim neuen Model 3 oder Model Y folgende Optionen für Fahrassistenzsysteme:

Option Preis Enthält
Keine (Standard) €0 Nur verkehrsadaptiver Tempomat — kein Autosteer, kein Spurhalteassistent
FSD (Supervised) einmalig €7,500 Vollständiges FSD-Paket, Bestellung bis 15. Mai 2026, Auslieferung bis 30. Juni 2026
FSD (Supervised) Abonnement €99 / Monat Ab Marktstart verfügbar, jederzeit kündbar
FSD (Supervised) Abo (EAP-Besitzer) €49 / Monat Reduzierter Tarif für ehemalige Enhanced-Autopilot-Käufer

Der Betrag von 99 € entspricht den niederländischen Abopreisen, die Tesla beim Start von FSD in den Niederlanden im April 2026 veröffentlichte. Der EAP-Tarif von 49 € spiegelt den Rabatt wider, den Tesla in Nordamerika eingeführt hat.

Warum dies mehr ist als nur ein Wechsel zum Abo

Für die Niederlande gilt bereits der 15. Mai als Stichtag für den Einmalkauf von FSD — danach bleibt nur noch das Monatsabo. Diese Änderung steht seit Wochen fest. Die Streichung des Basic Autopilots ist ein gesonderter, paralleler Einschnitt: Selbst Käufer, die auf FSD ganz verzichten, verlieren nun die Spurmittenführung, mit der ihre Fahrzeuge bisher ausgeliefert wurden.

Für einen typischen niederländischen Käufer ergeben sich bei einer neuen Tesla drei praktische Konsequenzen:

  • 7.500 € für FSD einmalig vor dem Stichtag 15. Mai zahlen.
  • FSD für 99 € pro Monat abonnieren (bzw. 49 €, falls Sie zuvor EAP gekauft hatten).
  • Das Fahrzeug ohne Autosteer, ohne Spurhalteassistent und nur mit verkehrsadaptivem Tempomat annehmen — eine Grundausstattung deutlich unter dem, was vergleichbare Elektroautos von Volkswagen, BMW oder Hyundai serienmäßig bieten.

Der Schritt entspricht dem Vorgehen Teslas in Nordamerika im Januar 2026, wo Basic Autopilot in derselben Woche aus den Neubestellungen verschwand, in der auch der FSD-Einmalkauf endete. Das niederländische Drehbuch ist identisch, mit sechs Wochen Verzögerung.

Was andere europäische Märkte erwartet

Der FSD-Einmalkauf im restlichen Europa — Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien, Belgien und Schweiz — endet am 21. Mai 2026, sechs Tage nach dem niederländischen Stichtag. In keinem dieser Märkte ist FSD (Supervised) bislang freigeschaltet, daher bleibt Basic Autopilot dort vorerst in der Bestellseite. Die niederländische Abfolge legt nahe, dass dieselbe Streichung des Basic Autopilots in jedem Land ungefähr dann erfolgt, wenn dort FSD startet.

Deutschland, Frankreich und Großbritannien sind die nächsten nationalen Regulierungsbehörden, von denen eine FSD-Zulassung (Supervised) nach UN R-171 — derselben Verordnung, die das niederländische RDW genutzt hat — erwartet wird. Sobald diese Zulassung vorliegt, sollten europäische Käufer in diesen Ländern dieselbe Konfigurator-Änderung erwarten: nur noch FSD-Abo, kein kostenloses Autosteer.

Was bestehende Besitzer tun sollten

An bestehenden Fahrzeugen ändert sich nichts. Wenn Ihre Tesla mit Basic Autopilot ausgeliefert wurde, bleibt er Ihnen erhalten. Wenn Sie FSD irgendwann einmalig gekauft haben, bleibt die Lizenz am Fahrzeug. Die Streichung betrifft nur die Kaufmaske für Neubestellungen, nicht die Software in bereits zugelassenen Fahrzeugen.

Für alle, die in den Niederlanden eine neue Tesla in Betracht ziehen, lautet der praktische Rat schlicht: Wer überhaupt einen Spurhalteassistenten möchte, zahlt jetzt dafür — entweder einmalig 7.500 € vor dem 15. Mai oder anschließend 99 € pro Monat.