HW3-Besitzer erhalten endlich eine klare Antwort
Tesla hat bei der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen Q1 2026 jahrelange Unklarheit beendet und bestätigt, dass Fahrzeuge mit Hardware 3 — jeder Tesla, der zwischen April 2019 und Ende 2023 gebaut wurde, sowie ältere Fahrzeuge mit dem HW2.5-auf-HW3-Upgrade — kein Unsupervised Full Self-Driving erreichen können. Elon Musk wurde in der Konferenz deutlich: „Hardware 3 hat schlicht nicht die Fähigkeit, unsupervised FSD zu erreichen.”
Der technische Grund ist die Speicherbandbreite. „Hardware 3 verfügt nur über 1/8 der Speicherbandbreite von Hardware 4”, sagte Musk und fügte hinzu, dass Speicherbandbreite „eines der Schlüsselelemente ist, die für unsupervised FSD erforderlich sind.” Diese Aussage kehrt fast ein Jahrzehnt Teslas Marketingversprechen um, dass jedes Fahrzeug mit HW2 oder neuer allein durch ein Software-Update volle Autonomie erreichen könne.
FSD V14 Lite erscheint bis Ende Juni 2026
Um den Schlag für HW3-Besitzer abzumildern, die FSD auf dieses Versprechen hin gekauft haben, wird Tesla bis Ende Juni 2026 eine hardwarebeschränkte Version namens FSD V14 Lite ausliefern. Teslas Leiter der KI-Abteilung, Ashok Elluswamy, bestätigte das Zieldatum in der Telefonkonferenz.
V14 Lite wird viele der zentralen Funktionen von FSD V14 auf HW3 in einer vereinfachten, für die ältere Recheneinheit optimierten Form bringen. Eine Funktion, die in der Konferenz ausdrücklich genannt wurde, ist die Möglichkeit, FSD direkt aus der Park-Position zu aktivieren, die Anfang dieses Jahres in V14 auf HW4 eingeführt wurde. Leistung und Fähigkeiten werden hinter dem vollständigen V14 auf HW4 zurückbleiben, doch die Funktionslücke sollte sich im Vergleich zum derzeit auf HW3 laufenden V12.x-Zweig deutlich verringern.
Mikrofabriken für das Retrofit-Programm
Die strukturell bedeutsamere Ankündigung betrifft, wie Tesla HW3-Fahrzeuge physisch auf HW4 (oder AI4, Teslas neuere interne Bezeichnung) aufrüsten will. Der Umbau von HW3 auf HW4 ist mechanisch aufwendig — die beiden Generationen verwenden unterschiedliche Kabelbäume, unterschiedliche Stromversorgungen und unterschiedliche Kameraformate. Diese Arbeiten in einem herkömmlichen Tesla-Servicecenter durchzuführen würde Arbeitsplätze tagelang pro Fahrzeug blockieren, was für eine globale Flotte von mehreren Millionen HW3-Fahrzeugen nicht praktikabel ist.
Teslas Lösung ist ein Netzwerk von „Mikrofabriken” in großen Metropolregionen: kleine, spezialisierte Einrichtungen, die ausschließlich für den HW3-auf-HW4-Retrofit ausgelegt sind. Das Unternehmen hat weder bekannt gegeben, wie viele Mikrofabriken eröffnet werden, wo die ersten Standorte sein werden, noch einen Zeitplan für den Start. Musk bestätigte außerdem, dass Tesla Rabatte auf den Retrofit anbieten wird — auch hier wurden jedoch keine Details genannt.
Europäische HW3-Besitzer sind die am stärksten betroffene Gruppe
Europäische Tesla-Käufer sind von dieser Ankündigung überproportional betroffen. Ein großer Teil der europäischen Flotte besteht aus Model 3 und Model Y aus den Jahren 2019–2023 — genau der HW3-Kohorte. Viele dieser Besitzer haben für FSD bezahlt (in Europa derzeit als Enhanced Autopilot oder Full Self-Driving Capability angeboten), in der Erwartung, dass es sich letztlich zu voller Autonomie entwickeln würde.
Die praktischen Folgen:
- HW3-Besitzer, die FSD erworben haben, sollten bis Ende Juni 2026 V14 Lite als Software-Update erhalten — ein Werkstattbesuch ist nicht erforderlich.
- Jeder Weg zu Unsupervised FSD erfordert einen physischen Hardware-Retrofit in einer Mikrofabrik.
- Die Preise für den Retrofit sowie europäische Mikrofabrik-Standorte wurden nicht bekannt gegeben, und bisher wurde kein Standort für Deutschland, die Niederlande oder einen anderen EU-Markt bestätigt.
Die wichtigste Erkenntnis ist derzeit einfach: Wenn Sie einen HW3-Tesla besitzen und für FSD bezahlt haben, erhalten Sie in diesem Sommer V14 Lite. Alles darüber hinaus erfordert neue Hardware und einen weiteren Besuch bei Tesla.