Was passiert ist

Am 10. April 2026 hat die niederländische Typgenehmigungsbehörde RDW FSD (Supervised) genehmigt gemäß UN R-171 — das erste grüne Licht für Teslas Fahrerassistenzpaket in ganz Europa. Das Kleingedruckte, das Tesla in seiner Startkommunikation nicht hervorgehoben hat, besagt, dass die Genehmigung nur Fahrzeuge mit dem AI4-Inferenzcomputer (auch Hardware 4 oder HW4 genannt) abdeckt, der seit Ende 2023 in neue Teslas eingebaut wird. Jedes Model 3, Model Y, Model S und Model X, das vor diesem Datum in Europa verkauft wurde, läuft auf Hardware 3 und erhält zum Start nichts.

TeslaNorths Berichterstattung stellt fest, dass Tesla vage einen „v14 Lite”-Build für HW3 irgendwann im 2. Quartal versprochen hat, jedoch ohne regulatorische Details — und da die RDW-Genehmigung an einen bestimmten Software-Stack gebunden ist, müsste jeder wesentlich abweichende HW3-Build separat homologiert werden.

Die Sammelklage

Eine Gruppe niederländischer Tesla-Besitzer hat hw3claim.nl gestartet, eine Website, die europäische HW3-Besitzer sammelt, die für die Option „Full Self-Driving” bezahlt haben — oft mehr als €7.500 im Voraus — unter der Prämisse, dass Tesla die Funktion auf ihrem Auto liefern würde. Die Position der Website ist unmissverständlich: „Europäische Besitzer haben Teslas Full Self-Driving auf der Grundlage verbindlicher Versprechen gekauft. FSD wird in der gesamten EU ausgerollt, aber nicht auf unseren Autos. Wir akzeptieren keine Lite-Version.”

Drive Tesla berichtet, dass die Organisatoren planen, zunächst mit Tesla zu verhandeln und rechtliche Schritte als Rückfalloption einzusetzen. Das niederländische Verbraucherrecht begünstigt diese Art von Fällen: Ein im Wesentlichen unerfülltes Kaufversprechen kann Schadensersatz- oder Rücktrittsansprüche auslösen, und Sammelklagen (WAMCA) werden routinemäßig zur Bündelung von Verbraucherbeschwerden eingesetzt.

Wer betroffen ist

Hardware Ungefähre Produktionsjahre FSD-(Supervised-)Status in NL
Autopilot 1 / 2 / 2.5 2014–2019 Nicht unterstützt — Altgeräte
Hardware 3 (AI3) 2019 – late 2023 Ausgeschlossen von der Genehmigung vom 10. April 2026
Hardware 4 (AI4) late 2023 – present Genehmigt, Abo für €99/Monat verfügbar
Hardware 5 (AI5) Not fitted to any vehicle N/A — reserviert für Optimus und Supercomputer

Was Sie tun sollten, wenn Sie ein HW3-Fahrzeug in Europa besitzen

  • Prüfen Sie Ihre Hardware. Tippen Sie auf Steuerung → Software → Zusätzliche Fahrzeuginformationen, um zu sehen, ob Ihr Auto AI3 oder AI4 auflistet. Die Wikipedia-Seite zur Tesla-Autopilot-Hardware listet die Umstellungsdaten nach Modell und Werk auf.
  • Bewahren Sie Ihre Kaufunterlagen auf. Die Klage-Websites fragen nach dem ursprünglichen Bestellvertrag, in dem „Full Self-Driving” als bezahlte Option aufgeführt ist, sowie nach Screenshots aus Ihrem Tesla-Konto, die den Funktionsstatus zeigen.
  • Kündigen Sie Ihr FSD-Abonnement nicht, falls Sie eines hatten — Sie könnten das Recht verlieren zu argumentieren, dass Tesla die Lieferung versäumt hat.
  • Registrieren Sie sich bei hw3claim.nl, wenn Sie in der europäischen Klage gezählt werden möchten. Die Registrierung ist kostenlos und verpflichtet Sie nicht zu einem Rechtsstreit.

Was das für die europäische Einführung bedeutet

Der HW3-Bruch ist Teslas erstes großes europäisches FSD-Problem. Regulierungsbehörden in Deutschland, Frankreich und den nordischen Ländern beobachten den niederländischen Prozess genau: Ein Genehmigungsrahmen, der die Mehrheit der bestehenden Flotte ausschließt, ist politisch heikel und könnte die breitere EU-weite Einführung verlangsamen. Erwarten Sie, dass andere Märkte von Tesla eine klarere Kommunikation darüber verlangen, was genau jede Hardware-Generation erhalten wird — und wann.