Das große Modell kommt — nur noch nicht jetzt
Elon Musk hat bestätigt, dass Teslas Full Self-Driving Version 15 endlich das lang erwartete „große Modell" einsetzen wird — ein KI-System mit etwa 10 Milliarden Parametern, verglichen mit den rund 1 Milliarde Parametern des aktuellen v14-Zweigs. Die Ankündigung klärt eine Frage, die seit Teslas erster Erwähnung des 10-fachen Upgrades Ende 2025 im Raum stand.
„Unser Fortschrittstempo mit dem kleinen Modell war so schnell, dass das große Modell noch nicht aufgeholt hat", erklärte Musk auf X. „V15 wird das große Modell sein." Tesla hatte ursprünglich geplant, das größere neuronale Netz letztes Jahr einzuführen, aber die schnellen Fortschritte durch die Iteration am kleineren Modell machten es praktischer, zunächst v14 weiter zu verfeinern.
Was sich mit 10-mal mehr Parametern ändert
Eine zehnfache Erhöhung der Modellparameter stellt eine fundamentale Skalierungsänderung dar, kein inkrementelles Update. In der Praxis kann das größere Modell deutlich mehr visuelle und kontextuelle Informationen aus den Kamerafeeds des Fahrzeugs verarbeiten.
Eine konkrete Verbesserung, die Musk hervorhob, ist eine „signifikante Reduzierung des Datenverlusts durch Videokompression". Das aktuelle v14-Modell komprimiert Kameradaten vor der Verarbeitung, was unvermeidlich einige visuelle Details verwirft. Das größere v15-Modell kann mit höherer Eingabetreue arbeiten, was theoretisch eine menschenähnlichere Wahrnehmung und Entscheidungsfindung in komplexen Fahrsituationen ermöglicht.
Musk hat v15 als die Version beschrieben, die „die menschliche Sicherheit bei weitem übertreffen" wird — eine Behauptung, die er auch über frühere FSD-Versionen aufgestellt hat. Electrek merkte an, dass ähnliche Versprechen sowohl für v12 als auch für v14 gemacht wurden, die zwar bedeutsame Verbesserungen brachten, aber hinter dem von Musk wiederholt prognostizierten vollautonomen Fahren zurückblieben.
Kein Zeitplan, aber v14 wird weiter verbessert
Tesla hat weder ein offizielles Veröffentlichungsdatum für FSD v15 angekündigt noch geklärt, wie viele weitere Zwischenversionen auf dem v14-Zweig vor dem Übergang erscheinen werden. Das aktuelle v14.3 wird in den kommenden Wochen erwartet und soll schnellere Reaktionszeiten und eine verbesserte Bewältigung von Grenzfällen mit Tieren und schwächeren Verkehrsteilnehmern bringen.
Für europäische Besitzer ist das Timing besonders interessant. Die Niederlande haben gerade FSD Supervised genehmigt — als erstes europäisches Land — und Deutschland, Frankreich und Italien sollen bis Mitte 2026 folgen. Ob Europas erste FSD-Einführung v14 verwenden oder auf das große v15-Modell warten wird, bleibt eine offene Frage.
Was das für europäische Besitzer bedeutet
Das 10-fache Modell-Upgrade ist für Europa über die reine Fahrleistung hinaus von Bedeutung. EU-Regulierungsbehörden haben hohe Anforderungen an autonome Fahrsysteme gestellt, und ein größeres, leistungsfähigeres Modell könnte Tesla helfen, die strengeren Sicherheitsvalidierungsanforderungen zu erfüllen, die europäische Typgenehmigungen verlangen.
Das größere Modell wirft jedoch auch Fragen zu den Hardwareanforderungen auf. Teslas aktuelle HW4-Rechenplattform wurde mit Blick auf künftige Skalierung entwickelt, aber ob sie ein 10-Milliarden-Parameter-Modell in Echtzeit ausführen kann — mit den Latenzbudgets, die sicheres Fahren erfordert — wurde nicht öffentlich bestätigt.
Vorerst sollten sich europäische Tesla-Besitzer auf die nahe Zukunft konzentrieren: FSD Supervised auf v14 kommt in die Niederlande, und die breitere EU-Einführung scheint tatsächlich auf Kurs für Sommer 2026 zu sein. Das große v15-Modell, wann auch immer es kommt, wird den nächsten großen Sprung darstellen.