Niederlande werden erstes europäisches Land mit Tesla FSD-Zulassung
Die niederländische Fahrzeugbehörde RDW hat Tesla eine Typgenehmigung für das Full Self-Driving (FSD) Supervised-System erteilt und damit die Niederlande zum ersten Land in Europa gemacht, das die fortschrittliche Fahrerassistenztechnologie offiziell genehmigt. Die am 10. April 2026 bekanntgegebene Zulassung fällt unter die UN R-171-Verordnung für Fahrerassistenzsysteme und erfolgt nach mehr als 18 Monaten Tests auf niederländischen Straßen.
Nur einen Tag nach der Bekanntgabe begann Tesla mit der Auslieferung von FSD Supervised an Besitzer in den Niederlanden über die Softwareversion 2026.3.6. Die erste Auslieferung zielt auf Fahrzeuge mit Teslas Hardware 4 (AI4) Computer und Kamerasystem ab.
Was europäische Fahrer wissen müssen
FSD Supervised ist als Fahrerassistenzsystem der Stufe Level 2 eingestuft. Die RDW hat betont, dass Tesla-Fahrzeuge mit FSD nicht autonom oder selbstfahrend sind — Fahrer bleiben jederzeit voll verantwortlich und müssen bereit sein, sofort einzugreifen. Die Nutzung eines Telefons, Lesen oder jede Tätigkeit, die die Aufmerksamkeit von der Straße ablenkt, ist bei aktiviertem System ausdrücklich untersagt.
Das System übernimmt Lenkung, Beschleunigung und Bremsung auf den meisten Straßentypen, aber der Mensch am Steuer muss während der gesamten Fahrt aktiv überwachen.
Preise: Abonnement und Einmalkauf
Tesla hat zwei Preisoptionen für FSD in den Niederlanden eingeführt:
| Option | Preis | Hinweise |
|---|---|---|
| Monatsabonnement | €99/Monat | Standardpreis |
| EAP-Besitzer-Abo | €49/Monat | Für bestehende Enhanced Autopilot-Besitzer |
| Einmalkauf | €7.500 | Dauerhaft, an das Fahrzeug gebunden |
Das Abonnementmodell ermöglicht es Besitzern, FSD ohne große Vorabinvestition zu testen — eine Preisstruktur, die Tesla zuvor in den USA erprobt hat, bevor sie in Europa verfügbar gemacht wurde.
Zeitplan für die EU-weite Einführung
Die niederländische Zulassung erstreckt sich nicht automatisch auf andere EU-Mitgliedstaaten. Die RDW hat jedoch bestätigt, dass sie einen Antrag bei der Europäischen Kommission auf eine breitere EU-weite Zulassung stellen wird. Bei Annahme würden die Mitgliedstaaten darüber abstimmen, ob sie das System im gesamten Block anerkennen.
Deutschlands KBA, Frankreich und Italien waren eng in Teslas Testprogramm eingebunden und werden voraussichtlich im späten Frühjahr eigene nationale Zulassungen erteilen — möglicherweise bereits im Mai oder Juni 2026. Tesla hat öffentlich eine „mögliche EU-weite Zulassung im Sommer” 2026 prognostiziert, obwohl regulatorische Zeitpläne in Europa historisch langsamer verliefen als erwartet.
Was das für europäische Tesla-Besitzer bedeutet
Für die rund 1,2 Millionen Tesla-Fahrzeuge auf europäischen Straßen signalisiert die niederländische Zulassung, dass FSD tatsächlich kommt und nicht dauerhaft „bald verfügbar” bleibt. Der UN R-171-Rahmen bietet einen standardisierten Weg, dem andere europäische Regulierungsbehörden folgen können, ohne länderspezifische Tests von Grund auf durchführen zu müssen.
Besitzer sollten beachten, dass FSD Supervised derzeit Hardware 4 erfordert — ältere Fahrzeuge mit HW3 erhalten möglicherweise eine eingeschränktere Version oder benötigen ein Hardware-Upgrade. Die niederländische Einführung startet mit FSD Version 14.2.2.5, die mit der RDW getestet und zertifiziert wurde, und nicht mit der neueren Version v14.3, die derzeit in Nordamerika verfügbar ist.