Tesla hat den bisher größten Schritt unternommen, um Full Self-Driving nach Europa zu bringen. Am 28. November startete das Unternehmen kostenlose Mitfahr-Sessions in Italien, Frankreich und Deutschland, bei denen die Öffentlichkeit FSD Supervised erstmals auf europäischen Straßen vom Beifahrersitz aus erleben kann.

So funktionieren die Mitfahrten

Jede Session dauert 30 bis 45 Minuten. Ein geschulter Tesla-Mitarbeiter sitzt am Steuer, während das Fahrzeug mit FSD Supervised durch realen Stadtverkehr, Kreisverkehre und Autobahnen navigiert. Die Teilnehmer sitzen als Beobachter auf dem Beifahrersitz — sie fahren nicht selbst. Die Sessions sind kostenlos und über die lokalisierten Event-Seiten von Tesla buchbar.

Allein in Deutschland bietet Tesla Fahrten in Filialen in München, Köln, Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Gießen, Hannover, Berlin und Stuttgart an. Die Nachfrage war laut Berichten überwältigend, weshalb Tesla das Programm bis März 2026 verlängerte.

Der regulatorische Weg

Die Mitfahrten sind nicht nur eine Marketingaktion. Tesla hat bei europäischen Regulierungsbehörden vorgearbeitet und über eine Million Kilometer an internen FSD-Tests in 17 EU-Ländern absolviert.

Der entscheidende Meilenstein liegt in den Niederlanden. Die niederländische Fahrzeugbehörde RDW hat sich Berichten zufolge verpflichtet, bis Februar 2026 eine nationale Zulassung für FSD-Funktionen zu erteilen. Nach den EU-Regeln zur gegenseitigen Anerkennung könnte eine niederländische Zulassung anderen Mitgliedstaaten den Weg ebnen, den FSD-Einsatz zu genehmigen.

Die bei den europäischen Demos verwendete FSD-Version ist V14.1.7, leicht hinter der nordamerikanischen Version V14.2.1. Tesla hat nicht bestätigt, welche Version an europäische Kunden ausgeliefert wird oder ob FSD als Abonnement, Einmalkauf oder gebündeltes Feature angeboten wird.

Was das für europäische Besitzer bedeutet

Vorerst sind die Mitfahrten nur für Beifahrer — kein europäischer Tesla-Besitzer kann FSD auf seinem eigenen Fahrzeug aktivieren. Das Programm signalisiert jedoch, dass Tesla einen europäischen Start im Jahr 2026 ernst nimmt. Die Kombination aus öffentlichen Demonstrationen, regulatorischem Engagement und umfangreichen Straßentests deutet darauf hin, dass das Unternehmen auf eine formelle Einführung hinarbeitet und nicht nur das Interesse abschätzt.

Erste Rückmeldungen von Teilnehmern waren überwiegend positiv, wobei viele die Fähigkeit des Systems lobten, komplexe städtische Umgebungen zu bewältigen. Ob sich das in regulatorisches Vertrauen übersetzt, bleibt die entscheidende Frage für 2026.