Tesla hat die generische Eingriffskategorie „Sonstiges“ im Deaktivierungsmenü von Full Self-Driving durch ein eigenes Label „Navigation“ ersetzt. Die Änderung wird mit der Firmware 2026.2.9.9 ausgeliefert, die in ihrer zweiten Bereitstellungswelle FSD v14.3.2 enthält.

Was sich im Menü geändert hat

Wenn ein Tesla-Fahrer FSD deaktiviert, fordert ihn das Touchdisplay auf, einen Grund auszuwählen. Das Menü bot bislang vier Kategorien: Präferenz, Unbehagen, Kritisch und Sonstiges. In 2026.2.9.9 ist der vierte Eintrag nun „Navigation“ und ersetzt das Sammel-Label Sonstiges.

Die vier aktuellen Kategorien lauten:

  • Präferenz — der Fahrer mochte eine bestimmte Entscheidung nicht (Spurwahl, Geschwindigkeit, Abstand)
  • Unbehagen — der Fahrer fühlte sich unwohl, ohne unmittelbares Sicherheitsrisiko
  • Kritisch — der Fahrer griff ein, um eine Kollision oder einen Regelverstoß zu verhindern
  • Navigation — Fehler bei Routenführung, Adresse, Spurzuweisung oder Geschwindigkeitsbegrenzung

Warum das für das Modell wichtig ist

FSD-Nutzer melden seit Jahren Probleme aus dem Bereich Navigation als wesentliche Quelle von Übernahmen: falsche Geschwindigkeitsbegrenzungen aus veralteten Kartendaten, suboptimale Routenwahl durch Wohngebiete, ausgelassene Autobahnabfahrten oder die Führung zur hinteren Laderampe statt zum Kundeneingang eines Geschäfts. Unter „Sonstiges“ zusammengefasst, mussten diese Meldungen von Hand entwirrt werden, bevor das Autonomie-Team Routing-Korrekturen priorisieren konnte.

Ein eigenes Label verändert die Datenform, die Tesla erhebt. Statt eines verrauschten „Sonstiges“-Sammeleintrags, der alles vom fehlerhaften Phantombremsen bis zur falschen Abbiegung enthält, bekommt das Routing-Team einen sauberen Strom an Deaktivierungen mit dem Tag „Navigation“, die sich konkreten Straßenabschnitten, Adressen und Kartenversionen zuordnen lassen. Das fließt direkt in die geschlossene Trainings-Pipeline ein, mit der Tesla das Verhalten neuronaler Netze verbessert.

Kontext: FSD v14.3.2 zweite Welle

Die Änderung an der Deaktivierung ist nur eine der Anpassungen an Menü und Verhalten in 2026.2.9.9. Das umfassendere Release v14.3.2 vereinheitlicht außerdem das in Robotaxi-Kundenfahrzeugen verwendete FSD-Modell, verbessert Smart Summon und passt das Verhalten der Sicherheitsgurte bei der Deaktivierung an. Welle eins von v14.3.2 (Firmware 2026.2.9.8) wurde am 27. April 2026 ausgerollt; Welle zwei (2026.2.9.9) folgte innerhalb weniger Tage.

Nicht alle Besitzer werden die neue Option „Navigation“ sofort sehen — Tesla rollt FSD-Updates in Wellen aus, und die Menüänderung ist an die zugrunde liegende Firmware-Version gebunden.

Europäische Besitzer

Europäische Tesla-Fahrer mit FSD Supervised in den Niederlanden oder in den schwedischen Testzonen erhalten dasselbe Menü-Update, sobald ihre Fahrzeuge auf 2026.2.9.9 oder eine spätere Welle wechseln. Die verbesserte Navigationskennzeichnung ist gerade in Europa relevant, wo Kartendaten und Routing-Logik noch auf engere Straßen, aggressivere Fahrbahnmarkierungen und eine größere Vielfalt an Geschwindigkeitsregelungen abgestimmt werden, als es im US-Heimatmarkt von Tesla der Fall ist.

Die Änderung ist im Hinblick auf die Oberfläche klein, im Hinblick auf die Daten aber bedeutsam. Ein sauberes Navigationssignal ist der erste Schritt dahin, dass Tesla das Routing als erstrangiges Problem innerhalb von FSD behandelt und nicht als Nebeneffekt einer Kartenqualität im Stil von Mapbox.