Tesla hat zum ersten Mal genau dargelegt, wo Full Self-Driving (FSD) noch auf die Aufsichtsbehörden wartet. Auf der Computer-Vision-Konferenz CVPR zeigte Teslas Vizepräsident für KI, Ashok Elluswamy, eine Folie mit einer Liste aller Länder, die derzeit auf die behördliche Freigabe für FSD (Supervised) warten. Die Folie wies darauf hin, dass weltweit bereits rund 1,3 Millionen Fahrzeuge Zugang zu dem System haben.

Für europäische Besitzer ist die Liste ein nützlicher Realitätscheck: Die Einführung ist real und kommt voran, doch der größte Teil des Kontinents steht noch in der Warteschlange.

Wo Europa heute steht

Drei europäische Länder haben FSD (Supervised) bereits genehmigt: die Niederlande, Litauen und zuletzt Estland, das Ende Mai 2026 grünes Licht gab. Überall sonst auf dem Kontinent steht die Freigabe noch aus.

Tesla führt folgende EU-Mitgliedstaaten als auf die Zulassung wartend auf: Österreich, Belgien, Bulgarien, Kroatien, Tschechien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Irland, Italien, Lettland, Luxemburg, Polen, Portugal, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Spanien und Schweden.

Außerhalb der EU umfasst die Liste der wartenden europäischen Länder zudem Albanien, Andorra, Belarus, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Liechtenstein, Moldau, Monaco, Montenegro, Nordmazedonien, Norwegen, Serbien, die Schweiz, die Ukraine und das Vereinigte Königreich.

Wer am schnellsten vorankommt

Nicht jeder wartende Markt bewegt sich im gleichen Tempo. Einige liegen deutlich vor dem Rest des Feldes:

Markt Status
Niederlande Zugelassen
Litauen Zugelassen
Estland Zugelassen (Ende Mai 2026)
Belgien Beschleunigtes Verfahren; Straßenvalidierungstests abgeschlossen
Schweden Erweiterte Tests auf öffentlichen Straßen genehmigt
Lettland Gerüchten zufolge kurz vor der Freigabe
Irland In aktiven Gesprächen mit Tesla

Der Rest der EU dürfte vom gemeinsamen Typgenehmigungsrahmen der Union profitieren: Sobald die technische Homologationsakte in einem Mitgliedstaat akzeptiert wird, fällt es den anderen deutlich leichter, nachzuziehen. Auf genau diesen Mechanismus setzt Tesla, um aus dem langsamen Vorgehen Land für Land eine schnellere Kaskade zu machen.

Was das für Besitzer bedeutet

Wenn Ihr Land auf der Warteliste steht, lautet die praktische Erkenntnis, dass die Zulassung nun eine Frage des regulatorischen Verfahrens ist und nicht der Absicht, ob Tesla dort starten will. Tesla hat FSD (Supervised) für europäische Bedingungen entwickelt und arbeitet sich nacheinander durch die nationalen Behörden, wobei die niederländische Homologationsarbeit als Vorlage dient, die nach Hoffnung des Unternehmens der Rest der EU akzeptieren wird.

Für Märkte wie Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien — die größten Automärkte der EU, allesamt noch wartend — gibt es kein bestätigtes Datum. Doch ihre Präsenz auf einer offiziellen Tesla-Folie statt in einem Gerücht ist das bislang deutlichste Signal, dass sie fest auf dem Fahrplan stehen.

Die Märkte außerhalb der EU, darunter das Vereinigte Königreich, Norwegen und die Schweiz, befinden sich auf eigenen regulatorischen Wegen und könnten sich unabhängig von der EU-Kaskade bewegen. Für sie alle lautete die Botschaft aus Denver gleich: Die Liste der wartenden Länder ist lang, aber sie ist nun eine veröffentlichte, endliche Liste und keine offene Frage mehr.