Tesla hat Europas ersten öffentlichen FSD-Shuttle-Pilotbetrieb (Supervised) in der deutschen Eifel gestartet. Zwei in Grünheide gefertigte Tesla Model Y verkehren regelmäßig zwischen Schulen, Arztpraxen und Wohnadressen in der Stadt Prüm — mit aktiv eingeschalteter Full-Self-Driving-Software von Tesla und einem Sicherheits-Begleitfahrer hinter dem Lenkrad.
Der Pilotbetrieb wird als Dreierkooperation zwischen der Verbandsgemeinde Arzfeld, dem Eifelkreis Bitburg-Prüm und Tesla Automation durchgeführt. Die Berichterstattung in der deutschen überregionalen Presse — unter anderem in Ostfriesen-Zeitung, Badische Zeitung und weiteren Medien — bestätigte den Start am 14. Mai 2026.
Was der Shuttle leistet
Der Dienst ist kostenlos und richtet sich vor allem an zwei Nutzergruppen:
- Schulkinder, die zwischen Wohnort und Schule auf Strecken pendeln, die nicht von einer regulären Buslinie bedient werden.
- Seniorinnen und Senioren mit Terminen bei Arztpraxen oder Apotheken in Prüm und den umliegenden Dörfern.
Fahrgäste buchen über eine örtliche Hotline einen Slot, und ein Tesla Model Y wird zur angegebenen Adresse entsandt. Das Fahrzeug fährt während der gesamten Fahrt mit aktiviertem FSD (Supervised), während der Sicherheits-Begleitfahrer an Bord — ein geschulter Mitarbeiter von Tesla Automation — aufmerksam hinter dem Lenkrad bleibt und jederzeit sofort übernehmen kann. Der Landkreis hat weder die Kosten pro Fahrt für Tesla noch die Verteilung der Finanzierung offengelegt.
Bisherige Betriebsbilanz
Laut dem Bericht der Ostfriesen-Zeitung gab es seit Beginn des Pilotbetriebs keinerlei Zwischenfälle. Der Sicherheits-Begleitfahrer musste nur in einer kleinen Zahl von Grenzfällen eingreifen — darunter ein Vorfall, bei dem der FSD-Stack in eine Sackgasse einbog und versuchte, auf einem engen Parkplatz zu rangieren, bevor der menschliche Fahrer das Steuer übernahm.
Der Landkreis bewertete die ersten Ergebnisse als gut genug, um den Betrieb von zwei auf fünf Wochentage auszuweiten und schließlich einen regionalen Einzugsbereich von rund einer halben Million Menschen abzudecken.
Warum das wichtig ist — der regulatorische Kontext
FSD (Supervised) ist in Deutschland noch nicht für den allgemeinen Verbrauchergebrauch zugelassen. Die niederländische RDW bleibt die einzige EU-Behörde, die Tesla eine Typgenehmigung erteilt hat — am 10. April 2026 nach UN R-171 — und das EU Technical Committee on Motor Vehicles soll im Mai oder Juni 2026 über eine breitere Anerkennung abstimmen.
Der Eifel-Pilotbetrieb passt in eine enge, aber legitime Lücke: Er läuft als Forschungs- und Erprobungsprogramm, nicht als kommerzieller Fahrdienst. Genau dieser regulatorische Rahmen ermöglichte den Einsatz der Fahrzeuge, ohne auf eine bundesdeutsche Zulassung zu warten, und macht die Eifel-Strecke zum ersten Ort auf dem europäischen Festland, an dem Bürgerinnen und Bürger tatsächlich in einem Tesla mit aktiviertem FSD mitfahren können. Bis dahin konnten europäische Fahrer FSD ausschließlich über Teslas Mitfahr-Demos auf Einladung in Italien, Frankreich und Deutschland Anfang dieses Jahres erleben, von denen keine reguläre zahlende Fahrgäste beförderte.
Quellen
- Ostfriesen-Zeitung — „Selbstfahrende Teslas bringen Schüler und Senioren ans Ziel”
- Badische Zeitung — „In einem Pilotprojekt in der Eifel bringen selbstfahrende Teslas Schüler und Senioren ans Ziel”
- Volksstimme — „Bundesweites Pilotprojekt: Selbstfahrende Teslas bringen Schüler und Senioren ans Ziel”
- Lokalo — „Pilotprojekt in der Eifel: Selbstfahrende Teslas bringen Schüler und Senioren ans Ziel”
- KOMMUNAL — „Warum der Eifelkreis gerade die deutsche Verkehrswende neu erfindet”