Tesla bringt 4680-Zellen zurück in den Model Y. Das Unternehmen bestätigte Ende Januar 2026, dass es die Produktion von Batteriepacks mit seinen eigenen Zellen wieder aufgenommen hat — eine Kehrtwende gegenüber der Entscheidung vom September 2023, die 4680-Variante zugunsten der Cybertruck-Produktion einzustellen.

Warum jetzt

Tesla stellte die Rückkehr als Lieferkettenstrategie dar. „Wir haben begonnen, Batteriepacks für bestimmte Model Ys mit unseren 4680-Zellen zu produzieren und erschließen damit einen zusätzlichen Liefervektor, um immer komplexere Herausforderungen in der Lieferkette durch Handelsbarrieren und Zollrisiken zu bewältigen“, erklärte das Unternehmen.

Das Timing ist kein Zufall. Die US-Handelspolitik schafft Unsicherheit bei importierten Batteriezellen, sodass eine im Inland produzierte Alternative Teslas Risiko einer Zolleskalation verringert. Die 4680-Zellen werden in Austin, Texas, gefertigt, wobei sowohl Anode als auch Kathode mittlerweile im Trockenelektrodenverfahren hergestellt werden.

Ein anderes Pack-Design

Entscheidend: Dies sind nicht die gleichen 4680-Model-Y-Packs, die sich 2022–2023 einen schlechten Ruf erworben haben. Das ursprüngliche Strukturbatteriepack — bei dem die Zellen Teil des Fahrzeugchassis waren — litt unter langsamen Ladezeiten (über 40 Minuten für 10–80 %), begrenzter Reichweite und war praktisch nicht reparierbar.

Der neue Ansatz platziert 4680-Zellen in konventionellen, nicht-strukturellen Pack-Gehäusen, ähnlich den 2170-Zellenwannen. Das bedeutet, dass einzelne Zellen potenziell ausgetauscht werden können, ohne das gesamte Pack zu verschrotten — eine erhebliche Verbesserung für die Wartbarkeit und die Gesamtbetriebskosten.

Der Cybertruck-Faktor

Es gibt auch einen weniger schmeichelhaften Grund, warum 4680-Zellen für den Model Y verfügbar sind: Die Cybertruck-Verkäufe sind eingebrochen. Die Auslieferungen fielen von rund 39.000 Einheiten im Jahr 2024 auf nur 20.200 im Jahr 2025. Da der Pickup nicht die erwartete 4680-Produktionskapazität verbraucht, hat Tesla Zellen übrig.

Fortschritte bei der vertikalen Integration

Tesla meldet bedeutende Fortschritte bei der inländischen Batteriefertigung. Neben der Austin-Trockenelektrodenlinie erwartet das Unternehmen, dass die heimische Kathodenmaterialproduktion in Texas und LFP-Batterielinien in Nevada im Laufe des Jahres 2026 den Betrieb aufnehmen. Sollten beide planmäßig anlaufen, verfügt Tesla über drei verschiedene heimische Batteriechemien — NCA (2170), NMC (4680) und LFP — was die Abhängigkeit von jeder einzelnen Lieferkette verringert.

Was es für europäische Käufer bedeutet

Die unmittelbaren Auswirkungen betreffen die USA, da die Zollbedenken, die diese Entscheidung antreiben, die amerikanische Fertigung betreffen. Das breitere Signal ist jedoch für europäische Tesla-Besitzer relevant: Teslas Batterie-Lieferkette diversifiziert sich, und die 4680-Technologie reift, anstatt aufgegeben zu werden. Ob 4680-Zellen letztlich in Giga-Berlin-Fahrzeugen verbaut werden, bleibt abzuwarten.