Prag hat in Betrieb genommen, was nun der größte Ladehub für Elektrofahrzeuge der tschechischen Hauptstadt ist. Der Standort in der Novovysočanská-Straße im Bezirk Praha 9 ging Anfang Juni 2026 nach einer einjährigen Testphase in den Regelbetrieb und kann bis zu 161 Fahrzeuge gleichzeitig laden.

Ein Hub mit 161 Ladepunkten, betrieben vom städtischen Versorger

Der Hub wird von PRE (Pražská energetika) betrieben, dem Energieunternehmen, an dem die Stadt Prag beteiligt ist. Von den 161 Ladepunkten sind 147 öffentlich zugänglich; die übrigen Anschlüsse sind für die eigenen Fahrzeuge und den Betrieb der PRE-Gruppe reserviert. So viele Anschlüsse an einer einzigen Adresse zu bündeln, macht den Standort zu einem der dichtesten Ladeorte Mitteleuropas.

Überwiegend AC, mit zwei Schnellladestationen mit 400 kW

Die meisten Anschlüsse sind Wechselstrompunkte (AC), die für längere, kostengünstigere Aufenthalte ausgelegt sind — jene Art des Ladens, die zu Anwohnern, Beschäftigten und über Stunden geparkten Flottenfahrzeugen passt. Für eilige Fahrerinnen und Fahrer verfügt der Standort zudem über zwei öffentliche Hochleistungslader von Alpitronic mit je 400 kW.

Diese Mischung ist bewusst gewählt. Ein auf AC ausgerichteter Standort hält die Kosten pro Ladevorgang niedrig und schont das lokale Netz, während das Paar Hypercharger mit 400 kW vorbeifahrenden Elektrofahrzeugen eine echte Schnellladeoption bietet, statt alle auf langsame Anschlüsse zu zwingen.

Intelligentes Lastmanagement hält das Netz stabil

161 Anschlüsse von einem Standort aus zu betreiben, ist nur möglich, weil PRE ein aktives Lastmanagement integriert hat. Ein eigenes Steuerungssystem überwacht kontinuierlich sowohl den Energiebezug der umliegenden Gebäude als auch jeden Lader vor Ort und verteilt dann die verfügbare Leistung in Echtzeit über den gesamten Hub. Steigt die Nachfrage aus nahegelegenen Gebäuden, kann das System die Ladeleistung drosseln, damit der Standort innerhalb seines Netzanschlusses bleibt und ihn nicht auslöst — eine praktische Antwort auf die Frage, wie ein einziger Standort so viele gleichzeitige Ladevorgänge trägt.

Was es für Tesla-Besitzer in Tschechien bedeutet

In Europa verkaufte Teslas laden über den CCS2-Standard, sodass die beiden Alpitronic-Einheiten mit 400 kW direkt nutzbar sind: Ein Model 3 oder Model Y kann dort ohne Adapter schnell nachladen, während die AC-Punkte das langsamere Laden über Nacht oder während des Arbeitstags abdecken. Für tschechische Besitzer fügt der Hub in Prag eine leistungsstarke Option hinzu, die das eigene Supercharger-Netz von Tesla ergänzt — nicht ersetzt —, das für Langstreckenfahrten die erste Wahl bleibt. Der Mehrwert ist hier lokal: ein Ort, an dem man in der Stadt zuverlässig laden kann, ohne hinter einer Handvoll Stellplätzen anzustehen.

Teil eines größeren Ausbaus in Prag

Der Hub in Praha 9 ist nur ein Baustein einer umfassenderen städtischen Initiative. Prag hat sich verpflichtet, das öffentliche Laden in der ganzen Stadt auszubauen, mit Plänen, bis Ende 2026 mehr als 1.000 neue Ladepunkte ans Netz zu bringen. Hubs dieser Größenordnung — mit Schwerpunkt auf AC, ergänzt um einige Hochleistungseinheiten und gesteuert von einem intelligenten Lastausgleichssystem — zeigen, wie europäische Städte Kapazität schaffen wollen, ohne an jedem Standort teure Netzausbauten vorzunehmen. Für die Fahrerinnen und Fahrer von Elektrofahrzeugen in der tschechischen Hauptstadt ist es ein Zeichen, dass das alltägliche Laden stetig leichter zu finden wird.