Das Schnellladen an Deutschlands Ostseeküste hat gerade ein deutliches Upgrade erhalten. Plenitude, die Mobilitätssparte des italienischen Energiekonzerns Eni, hat in Moenchhagen nördlich von Rostock den nach eigenen Angaben größten Ladepark des Unternehmens in Deutschland eröffnet. Der Hub ging am 16. Juli 2026 in Betrieb und bringt 22 Ladepunkte an einen Abschnitt der Bundesstraße B105, die die Autobahn A20 und die Ostsee-Fährhäfen speist.

Was der Standort bietet

Der Park ist um eine Mischung aus Ladegeschwindigkeiten herum aufgebaut, sodass sowohl Fernreisende als auch lokale Fahrer gleichzeitig bedient werden können. Die Schlagzahl ist eine Spitze von 400 kW, genug, um jedem aktuellen Tesla und der wachsenden Zahl der 800-volt-E-Autos, die inzwischen auf europäischen Straßen unterwegs sind, in wenigen Minuten spürbare Reichweite hinzuzufügen.

Ladegerät-Typ Spitzenleistung Anzahl
Ultraschnell (HPC) bis zu 400 kW 4
Schnell bis zu 200 kW 4
Standard DC bis zu 50 kW 1

Die übrigen Punkte runden den Standort auf insgesamt 22 Anschlüsse ab. Plenitude-Vertragskunden zahlen bis Ende August einen Aktionspreis von 50 Cent pro kWh, danach gelten die Standardtarife.

Laden an der Bäckerei

Was den Standort ungewöhnlich macht, ist sein Gastgeber: Der Hub befindet sich an einer Filiale der Regionalkette Junge Die Baeckerei, die als erster Bäckerei-Drive-in in Mecklenburg-Vorpommern beschrieben wird. Die Kombination ist bewusst gewählt. Statt auf einem anonymen Vorplatz zu parken, können Fahrer sich einen Kaffee und einen Snack holen, während ihr Auto lädt, und verwandeln so den etwa 15- bis 20-minütigen Halt in etwas, das eher einer normalen Pause gleicht. Es ist ein Modell, das europäische Betreiber zunehmend bevorzugen, indem sie Hochleistungslader neben Geschäften, Bäckereien und Restaurants statt auf eigenständigen Parkplätzen platzieren.

Warum das für Tesla-Fahrer wichtig ist

Teslas eigenes Supercharger-Netz ist in weiten Teilen Deutschlands dicht, doch der ferne Nordosten rund um Rostock und die Ostseeküste war historisch dünner besetzt als der industrialisierte Westen und Süden. Ein Standort mit 22 Punkten und 400 kW direkt an einer Hauptroute zu den Fährterminals verschafft Besitzern von Model 3, Model Y und anderen Teslas eine echte Alternative, wenn die Supercharger in der sommerlichen Ferienspitze ausgelastet sind.

Da die Ladegeräte den CCS-Standard nutzen, stehen sie jedem in Europa verkauften Tesla ohne Adapter offen, und der Standort akzeptiert Ad-hoc-Zahlung ebenso wie Plenitude-Verträge. Für Besitzer, die eine Reise an die Ostseestrände oder weiter nach Skandinavien planen, ist es ein weiterer Grund, warum die Reichweitenangst-Rechnung immer kleiner wird.

Plenitude, das unter der Marke Plenitude On The Road auftritt, gibt an, inzwischen in mehr als 15 Ländern aktiv zu sein, während Eni neben seinem Energiegeschäft eine paneuropäische Ladeinfrastruktur aufbaut. Die Eröffnung in Moenchhagen ist bislang das größte deutsche Statement des Unternehmens.