Was die NHTSA abgeschlossen hat
Die US-Bundesbehörde für Straßen- und Fahrzeugsicherheit (NHTSA) hat ihre dreijährige Untersuchung zu Tesla Model Y des Modelljahres 2023 am 28. April 2026 formell abgeschlossen und damit das Verfahren ohne Rückruf oder erforderliche Maßnahmen beendet. Das unter dem Aktenzeichen PE23003 im März 2023 eingeleitete Verfahren war nach zwei voneinander unabhängigen Berichten eröffnet worden, wonach sich Lenkräder bei Model-Y-Fahrzeugen während der Fahrt von der Lenksäule gelöst hatten.
Der endgültige Umfang der NHTSA-Untersuchung umfasste 120.089 Fahrzeuge des Model Y aus dem Jahr 2023. Die Ermittler kamen zu dem Schluss, dass der Fehler auf jene beiden ursprünglichen Fahrzeuge beschränkt war, die beide das Werk ohne die Schraube verlassen hatten, mit der das Lenkrad an der Lenksäule befestigt wird. Die Behörde stellte keinen systemischen Konstruktionsmangel und keine weiteren bestätigten Vorfälle innerhalb des dreijährigen Untersuchungszeitraums fest.
Warum es drei Jahre gedauert hat
Eine vorläufige Bewertung des Bundes wird in der Regel innerhalb eines Jahres abgeschlossen. PE23003 zog sich länger hin, weil die Behörde prüfte, ob das Problem über die beiden bestätigten Fälle hinausreichte. Sie forderte von Tesla Vorfalldaten und Produktionsunterlagen an und wartete auf weitere Verbraucherberichte — keiner davon brachte einen dritten bestätigten Ablösefall hervor. Tesla selbst erklärte, das Szenario der fehlenden Schraube sei ein Fehler in der Fertigungslinie bei einer kleinen Charge von Fahrzeugen aus der frühen Produktion gewesen und kurz darauf in der Linie behoben worden.
Was das für europäische Halter bedeutet
Der formelle Abschluss ändert für europäische Model-Y-Halter nichts. Zwei wichtige Punkte:
- Bei den beiden betroffenen Fahrzeugen handelte es sich um in den USA gefertigte Fahrzeuge des Modelljahres 2023. Kein europäisches Model Y wurde jemals in NHTSA-Akten oder in regulatorischen Maßnahmen des deutschen KBA, des französischen UTAC oder des britischen DVSA mit dem Ablösen des Lenkrads in Verbindung gebracht.
- Die NHTSA wies ausdrücklich darauf hin, dass die Schließung des Falls „eine Wiederaufnahme nicht ausschließt, falls neue Erkenntnisse auftauchen”. Die Behörde behielt sich das Recht vor, das Thema erneut aufzugreifen, sollte ein vergleichbarer Fehler bei späteren Baureihen auftreten.
Für europäische Halter im weiteren Sinne ist der Abschluss auch deshalb von Bedeutung, weil er einen der Datenpunkte entfernt, auf den sich EU-Regulierungsbehörden gelegentlich beziehen, wenn sie über die Fertigungsqualität von Tesla diskutieren. Die abschließende Feststellung der NHTSA — zwei Fahrzeuge, eine einzige Ursache, eine einzige Korrektur an der Fertigungslinie — entkräftet die Darstellung eines breiteren Qualitätsproblems.
Ein seltener Abschluss ohne Korrekturmaßnahmen
Die meisten vorläufigen NHTSA-Bewertungen gegen Tesla in den vergangenen drei Jahren mündeten entweder in einen OTA-Rückruf (von der NHTSA als Korrekturmaßnahme gewertet) oder in eine Ausweitung zu einer tiefergehenden technischen Analyse. PE23003 ist einer der wenigen Fälle, der sauber und ohne erforderliche Maßnahmen abgeschlossen wird, und dieses Ergebnis stützt sich auf einen eng gefassten technischen Befund: Die fehlende Befestigungsschraube war ein Produktionsfehler bei zwei Fahrzeugen, kein Konstruktionsmangel über die gesamte Flotte hinweg.
Die Behörde betonte, dass der Abschluss einen sicherheitsrelevanten Mangel nicht ausschließe und dass sie die Angelegenheit wieder aufgreifen könne, wenn neue Erkenntnisse vorlägen. Vorerst haben die Halter der 120.089 Fahrzeuge im ursprünglichen Untersuchungsumfang jedoch keine offenen Punkte, die mit diesem Fall in Verbindung stehen.