Der weltweite Absatz von Elektrofahrzeugen erreichte im Juni 2026 nach neuen Zahlen von Benchmark Mineral Intelligence 2 Millionen Einheiten. Es ist das erste Mal, dass der Monatsabsatz außerhalb des traditionellen Jahresendspurts die Zwei-Millionen-Marke überschritten hat – ein Plus von 7 % gegenüber Juni 2025 und 11 % gegenüber Mai. Der Absatz seit Jahresbeginn liegt nun bei 9,6 Millionen Fahrzeugen. Doch die Schlagzeile verdeckt einen Markt, der sich in drei Richtungen aufteilt, und Europa ist derjenige, der vorprescht.
Europa zieht davon
Europa war der Spitzenreiter: Im Juni wurden rund 530.000 Elektrofahrzeuge verkauft – ein Sprung von 31 % im Jahresvergleich und ein bemerkenswerter Anstieg von 28 % gegenüber Mai. Das hebt die Gesamtzahl der Region im ersten Halbjahr auf 2,5 Millionen, ein Plus von 27 % gegenüber demselben Zeitraum 2025. Strengere CO₂-Ziele der EU, eine Welle erschwinglicherer Modelle und stabilere Anreize in mehreren Märkten befeuern die Erholung, und es ist das bislang deutlichste Zeichen dafür, dass Europas Stagnation der Jahre 2024–2025 wirklich überwunden ist.
Die Dynamik deckt sich mit dem, was die nationalen Daten zeigen: Deutschlands Juni-Zulassungen erreichten ihren höchsten Stand seit 2023, und insbesondere Tesla ist nach zwei schwachen Jahren mit voller Wucht auf den Kontinent zurückgekehrt.
China kühlt ab, Nordamerika stockt
Die beiden anderen Giganten bewegten sich in die entgegengesetzte Richtung. China – nach wie vor der größte Einzelmarkt – verkaufte im Juni rund 1,0 Millionen Elektrofahrzeuge, fiel aber um 11 % im Jahresvergleich, wobei das Volumen im ersten Halbjahr um 14 % zurückging. Der Rückgang folgt auf Änderungen der chinesischen Kaufanreize und eine hohe Vergleichsbasis von 2025 und nicht auf einen Einbruch der Nachfrage.
Nordamerika war am schwächsten von allen. Der Absatz lag bei rund 130.000 Einheiten, ein Minus von 13 % im Jahresvergleich und 9 % gegenüber Mai, was die Gesamtzahl der Region seit Jahresbeginn um 20 % nach unten zog. Der Abbau der US-Bundesförderung für saubere Energie und die Unsicherheit über die Zukunft der Steuergutschriften für Elektrofahrzeuge haben einem Markt den Wind aus den Segeln genommen, der ohnehin schon der am langsamsten wachsende der drei Großen war.
Die Juni-Bilanz
| Region | Juni 2026 | Im Jahresvergleich | Seit Jahresbeginn 2026 | Wachstum seit Jahresbeginn |
|---|---|---|---|---|
| China | ~1,0 Mio. | −11 % | 4,9 Mio. | −14 % |
| Europa | ~0,53 Mio. | +31 % | 2,5 Mio. | +27 % |
| Nordamerika | ~0,13 Mio. | −13 % | 0,73 Mio. | −20 % |
| Rest der Welt | ~0,30 Mio. | +98 % | 1,4 Mio. | +91 % |
| Weltweit | 2,0 Mio. | +7 % | 9,6 Mio. | — |
Der Rest der Welt – eine Sammelkategorie, die Südostasien, Indien, Lateinamerika und den Nahen Osten umfasst – hat sich im Jahresvergleich nahezu verdoppelt und entwickelt sich still und leise zur am schnellsten wachsenden Grenze der Branche.
Was das für europäische Halter bedeutet
Für europäische Käufer ist das Bild ermutigend. Ein um 31 % wachsender Markt bringt mehr Modellauswahl, bessere Restwerte und stetige Investitionen in das Ladenetz mit sich – all das stärkt die Argumente, jetzt auf Elektromobilität umzusteigen, statt zu warten. Es unterstreicht auch eine sich vergrößernde transatlantische Kluft, auf die erstmals im globalen Absatzbericht vom Mai hingewiesen wurde: Während sich die politische Unterstützung in den USA zurückzieht, erobert Europa seinen Platz als Motor des westlichen E-Auto-Wachstums zurück – und die Hersteller, Tesla eingeschlossen, lenken ihre Lieferungen zunehmend dorthin.