Nach Jahren von Versprechen und regulatorischen Verzögerungen ist Teslas Full Self-Driving Beta in Europa angekommen. Im Juli 2025 eröffnete Tesla Phase 1 seines FSD-Beta-Programms in fünf Ländern: Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Norwegen und Schweden. Es ist die bedeutendste Expansion von Teslas autonomer Fahrtechnologie außerhalb Nordamerikas.
Wer hat Zugang zur FSD Beta in Europa
Die Teilnahme ist auf Tesla-Fahrzeuge mit Hardware 4.0 (HW4) beschränkt, die seit Ende 2023 in Serienfahrzeugen verbaut wird. Teilnehmer müssen ein aktives FSD-Abonnement haben oder das FSD-Paket gekauft haben. Tesla lud rund 50.000 Besitzer in den fünf Startländern ein, wobei etwa 10.000 für die erste Early-Access-Kohorte ausgewählt wurden.
Das Programm umfasst Stadt- und Vorstadtfahrszenarien. Autobahnfahrfunktionen — die in Europa bereits als Teil von Autopilot verfügbar sind — sind nicht neu, aber die FSD Beta fügt Navigation durch Stadtstraßen, Kreuzungen und Kreisverkehre hinzu.
Unterschiede zur US-Version
Die europäische FSD Beta läuft auf den FSD-Versionen 12.6.4 und 13.2.9, dem gleichen Software-Stack wie in Nordamerika. Die europäische Bereitstellung muss jedoch die UNECE-Vorschriften einhalten, die strengere Anforderungen an automatische Spurwechsel, Geschwindigkeitsbegrenzungen und Fahrerüberwachung stellen. Tesla hat die erforderlichen Typgenehmigungen für die Phase-1-Länder erhalten, doch die vollständige regulatorische Zulassung für überwachungsfreies FSD ist ein separater — und längerer — Prozess.
Zeitplan
| Phase | Zeitraum | Umfang |
|---|---|---|
| Phase 1 (aktuell) | Juli–September 2025 | 5 Länder, ~10.000 Early-Access-Nutzer |
| Phase 2 | Oktober 2025+ | Breiterer Rollout für alle FSD-Abonnenten |
| Überwachungsfreies FSD | Noch offen | Abhängig von vollständiger regulatorischer Zulassung |
Was europäische Besitzer wissen sollten
Fahreraufmerksamkeit ist jederzeit Pflicht. Das System nutzt die Kabinenüberwachungskamera und deaktiviert sich, wenn der Fahrer nicht aufpasst. Tesla sammelt Fahrdaten von europäischen Straßen, um die Verarbeitung europaspezifischer Szenarien durch das neuronale Netzwerk zu verbessern — unterschiedliche Fahrbahnmarkierungen, Kreisverkehrskonventionen und Geschwindigkeitszonenmuster.
Für Besitzer ohne HW4 wurde kein Upgrade-Pfad angekündigt. Fahrzeuge mit HW3 können die aktuelle FSD-Beta-Software nicht ausführen. Tesla hat nicht mitgeteilt, ob ein Hardware-Nachrüstprogramm in Europa angeboten wird.
Phase 1 ist ebenso sehr eine Validierungsübung wie eine Produkteinführung. Tesla benötigt europäische Fahrdaten, regulatorisches Feedback und reale Leistungskennzahlen, um auf eine vollständige Zulassung hinzuarbeiten. Vorerst ist es ein bedeutender erster Schritt.