BYD hat Tesla überholt und ist nun laut den am 13. Mai 2026 von Benchmark Mineral Intelligence veröffentlichten Zahlen der weltweit größte Integrator für Batteriespeichersysteme (BESS). Der chinesische Hersteller lieferte 2025 mehr als 60 GWh stationäre Speicher aus und erreichte einen Anteil von 13 % an einem Weltmarkt, der um 51 % auf etwa 315 GWh wuchs. Tesla setzte 46,7 GWh ein — ein Plus von 49 % gegenüber dem Vorjahr — rutschte aber mit rund 10 % Marktanteil auf den zweiten Platz ab.

Die wichtigsten Zahlen

Integrator BESS-Auslieferungen 2025 Globaler Marktanteil
BYD >60 GWh ~13 %
Tesla 46,7 GWh (+49 % im Jahresvergleich) ~10 %
Weltmarkt ~315 GWh (+51 % im Jahresvergleich) 100 %

Zum Vergleich: Allein im Dezember 2025 nahm China 65 GWh an Großbatteriespeichern in Betrieb — mehr als die gesamten Vereinigten Staaten im gesamten Jahr installierten. Acht der zehn Spitzenintegratoren im Benchmark-Ranking sind inzwischen chinesisch, und die gesamten Zellauslieferungen für stationäre Speicher haben sich auf über 600 GWh nahezu verdoppelt.

Warum BYD die Nase vorn hat

Der Vorteil von BYD ist struktureller Natur. Das Unternehmen fertigt seine eigenen LFP-Zellen über die hauseigene Blade-Plattform, was bedeutet, dass es die gesamte Wertschöpfungskette von der Elektrode bis zum integrierten Container kontrolliert. Tesla kauft die Zellen für den Megapack bei externen Lieferanten — vor allem CATL und LG — und fügt die Integrationsebene selbst hinzu, sodass eine Marge anfällt, die BYD nicht trägt.

Der Abstand vergrößerte sich Ende 2025, als BYD sein Haohan-System vorstellte, eine 14,5-MWh-Standardkonfiguration mit fast der dreifachen Energie eines einzelnen Tesla Megapacks. Dieses Produkt richtet sich gezielt an Versorgungskunden, die weniger Anschlüsse pro Megawattstunde wünschen — eine Klasse, die Tesla bislang weitgehend für sich hatte.

Was das für Tesla Energy bedeutet

Der Verlust der Spitzenposition bedeutet nicht, dass das Geschäft von Tesla Energy geschrumpft wäre. Die Zahl von 46,7 GWh ist die bisher höchste jährliche Auslieferung des Unternehmens und spiegelt eine Wachstumsrate von 49 % wider, um die die meisten nicht-chinesischen Wettbewerber Tesla nach wie vor beneiden würden. Tesla baut zudem neue, eigens dafür vorgesehene Megapack-Kapazitäten in Lathrop in Kalifornien und in Shanghai in China auf, wobei das Werk in Shanghai nun Versorgerprojekte in ganz Asien und Australien beliefert.

Was die Daten signalisieren, ist, dass Größenvorteil allein die Speichermargen von Tesla nicht schützen wird. Chinesische Integratoren wachsen doppelt so schnell wie der zugrunde liegende Markt, und der Druck auf den Preis pro Kilowattstunde durch Produkte wie Haohan zeigt sich bereits in den Ergebnissen öffentlicher Ausschreibungen in Europa und im Nahen Osten.

Auswirkungen auf Europa

Europa ist nach wie vor nur ein kleiner Teil der weltweiten BESS-Installationen, doch dieselbe Wettbewerbslogik beginnt sich auch hier durchzusetzen. Netzbetreiber in Deutschland, Großbritannien und Spanien führen zunehmend offene Ausschreibungen durch, anstatt Einzelvergaben auszuhandeln, und chinesische Integratoren haben begonnen, Verträge im Bereich Frequenzregelung und Kapazitätsmarkt zu gewinnen, die vor zwei Jahren noch an Tesla oder Fluence gegangen wären. Tesla verfügt mit Marken wie Octopus Energy und dem britischen National Grid weiterhin über einen Vorteil durch die installierte Basis, doch die Entwicklung des Jahres 2025 deutet darauf hin, dass jeder Erneuerungszyklus von nun an über den Preis ausgefochten wird.